Anhörung über Vorwürfe des Missbrauchs im Deutschen Turner-Bund

Zur Anhörung des Landtags Baden-Württemberg über die Aufarbeitung der Vorwürfe über Missbrauch und Missstände am Bundesstützpunkt des Deutschen Turner-Bunds in Stuttgart äußert sich der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Arbeitskreises Kultus, Jugend, Sport der Fraktion Grüne wie folgt:

Thomas Poreski: „Die Vorfälle beim Turnerbund erschüttern uns zutiefst. Als Landtagsfraktion Grüne stehen wir an der Seite der betroffenen Athletinnen und Athleten und setzen uns für eine lückenlose Aufklärung ein. Die strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind dabei ein wichtiger, aber nicht der einzige Schritt.

Wir müssen verstehen, wie es möglich war, dass die Hilferufe der Betroffenen über Jahre hinweg ungehört blieben. Warum erreichten diese schwerwiegenden Vorwürfe nicht einmal das Präsidium des Turnerbunds? Diese strukturellen Fragen müssen wir klären, um künftig jeden einzelnen Sportler und jede einzelne Sportlerin besser schützen zu können.

Mein besonderer Dank gilt Janine Berger. Ihr Mut, ihre Stimme zu erheben, hat uns wertvolle Einblicke gegeben, wie wir Aufarbeitung und Prävention wirksam gestalten können. Die Erfahrungen aus Chemnitz zeigen uns, wie wichtig es ist, die Betroffenen aktiv in den Aufarbeitungsprozess einzubinden. Nur wenn sich die Athletinnen und Athleten in diesem Prozess wiederfinden, können wir nachhaltige Veränderungen erreichen.

Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen können. Das sind wir den Betroffenen und allen aktiven Sportlerinnen und Sportlern schuldig.“